Leistungsf?hige Hochschulen sind ein echter Standortfaktor – Mehr Energieeffizienz hilft dem Klima und spart Geld
Die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen machen erfolgreichen Klimaschutz jetzt messbar. 14 Universit?ten und 16 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften haben am Freitag, 17. April, zusammen mit der Landesregierung erstmals eine gemeinsame Bilanz für ihren CO2-Aussto? vorgestellt. Die Bilanz zeigt, dass die Anstrengungen zum Klimaschutz wirken: Zwischen 2019 und 2021 sanken die Emissionen beim Stromverbrauch durch die Nutzung von ?kostrom um 28 Prozent. Insgesamt emittierten die 30 ?ffentlich-rechtlichen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen 2021 rund 441.000 Tonnen CO2-?quivalente – etwa so viel wie eine Stadt mit 40.000 Einwohnern. Die gemeinsame Treibhausgas-Bilanz nach einheitlichen Standards geht auf eine Initiative der Landesregierung zurück. Künftig ist ein j?hrliches Monitoring geplant. Die Bilanzen für 2022 und 2023 sind bereits in Arbeit.
NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: ?Mit der gemeinsamen CO2-Bilanz machen unsere Hochschulen Klimaschutz erstmals systematisch messbar – transparent, datenbasiert und im gemeinsamen Handeln. Damit werden gezielte Ma?nahmen gest?rkt. Leistungsf?hige Hochschulen sind gezielter Standortfaktor und zentraler Motor für Innovation, Wettbewerbsf?higkeit und einen zukunftsfesten Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen.“
NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes: ?Forschung ist der beste Klimaschutz. Unsere Hochschulen bilden die Forscherinnen und Forscher von morgen aus, die M?glichkeiten entwickeln, wie wir das Klima noch besser schützen k?nnen. Gleichzeitig leisten unsere Hochschulen schon jetzt gro?e Anstrengungen, den Aussto? von Treibhausgasen zu reduzieren, wie die Daten des Bilanzierungsberichts eindrucksvoll belegen. Diese Transparenz ist die Voraussetzung dafür, dass die einzelnen Hochschulen nun individuelle Ma?nahmen für mehr Energieeffizienz entwickeln. Das hilft dem Klima und spart Geld.“
Simone Probst, Sprecherin der NRW-Konferenz der Kanzlerinnen und Kanzler der Universit?ten und Markus Hinsenkamp, Sprecher der NRW-Konferenz der Kanzlerinnen und Kanzler der Hochschulen für angewandte Wissenschaften: ?Der vorliegende Bericht zeigt, dass sich die Universit?ten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind und ihren Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen leisten. Dabei ist die erste einheitliche und standardisierte THG-Bilanz auch Ausdruck des hohen Engagements in den Hochschulen und der guten Kooperation mit den beteiligten Ministerien. Wir sehen der weiteren Zusammenarbeit auf dem Weg zur Klimaneutralit?t mit Freude entgegen und stellen uns der Herausforderung, den hohen Anforderungen an einen klimaneutralen Campus gerecht zu werden.“
Weitere zentrale Ergebnisse der Treibhausgas-Bilanz:
- Der überwiegende Anteil der Emissionen geht auf den Energieverbrauch der Geb?ude zurück. Die W?rme- und Stromversorgung machen dabei jeweils die H?lfte aus.
- Von 2019 auf 2021 stieg die Zahl der Elektrofahrzeuge um 32 Prozent. Somit waren in den Fuhrparks bereits 2021 rund 14 Prozent der Fahrzeuge batterieelektrisch unterwegs.
- Im Vergleich zum Basisjahr 2019 blieben die Treibhausgas-Emissionen 2021 weitgehend konstant. Aussagekr?ftige Trends sind erst mit weiteren Bilanzjahren zu erwarten.
Mit der Treibhausgas-Bilanz haben zahlreiche Hochschulen erstmals einen strukturierten ?berblick über ihre Emissionen, k?nnen Handlungskonzepte erstellen und Ma?nahmen ableiten. Damit sind sie in der Lage, ihrer gesetzlich normierten Vorbildfunktion nachzukommen. Die Landesregierung unterstützt die Hochschulen dabei.
Nordrhein-Westfalen geh?rt zu den ersten Bundesl?ndern, in denen s?mtliche Universit?ten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften nach einheitlichen Standards j?hrliche Treibhausgas-Bilanzen gemeinsam erarbeitet haben und ver?ffentlichen.
Zur Treibhausgas-Bilanz der NRW-Hochschulen
THG-Bilanz an der Universit?t Paderborn
?Um der globalen Verantwortung und einer zukunftsf?higen Gestaltung der Gesellschaft gerecht zu werden, setzen wir uns an der Universit?t Paderborn aktiv dafür ein, Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Dafür haben wir bereits verschiedene Ma?nahmen auf den Weg gebracht. Wie jetzt auch der THG-Bericht belegt, tr?gt unsere Nachhaltigkeitsstrategie Früchte. Das freut mich ganz besonders“, sagt Simone Probst, Vizepr?sidentin für Wirtschafts- und Personalverwaltung an der Universit?t Paderborn.
Die Bilanz der Paderborner Hochschule im Detail: Der Geb?udeenergie-Bedarf an Strom sank von 2019 bis 2021 von 15.012,49 auf 12.912,07 Megawattstunden (MWh). Die THG-Emissionen sind in diesem Zeitraum von 7.104,73 auf 5.542,99 Tonnen CO2e (Kohlenstoffdioxid-?quivalente) gesunken. Das stellt eine Reduktion von 21,98 Prozent dar. Der Geb?udeenergie-Bedarf an W?rme stieg im Zeitraum von 2019 bis 2021 hingegen von 25.148,43 auf 28.089,56 MWh, die THG-Emissionen von 5.463,53 auf 6.103,59 Tonnen CO2e. Die THG-Emissionen, die durch die Nutzung von Dienstfahrzeugen entstanden sind, sind zwischen 2019 und 2021 von 17,85 auf 10,68 Tonnen CO2e gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 40,17 Prozent. Die Anzahl der im Jahr 2021 im Zuge von Dienstreisen zurücklegten Personenkilometer ist im Vergleich zum Vorjahr um 62,60 Prozent reduziert worden.
Klar sei laut Probst, dass die Ergebnisse der Hochschulen im Kontext der Coronapandemie zu lesen seien. Deshalb versprechen insbesondere die kommenden Jahre weiteren Aufschluss. ?Mit der ersten gemeinsamen Treibhausgas-Bilanz geht ein kontinuierliches Monitoring einher. Damit werden Energiebedarfe NRW-weit identifiziert und systematisch erfasst, um letztendlich passgenaue Ma?nahmen zu entwickeln – ein wichtiger Schritt in Richtung klimaneutrale Landesverwaltung“, so Probst.