Neues Evaluationsinstrument ?Evi:P“ ver?ffentlicht
Wie stark werden Kinder in Tagesst?tten an Entscheidungen beteiligt, die ihren Alltag betreffen – z. B. an der Raumgestaltung oder an p?dagogischen Abl?ufen? Die Erziehungswissenschaftler*innen Prof. Dr. Timm Albers und Sarah Meusel von der Universit?t Paderborn haben gemeinsam mit dem Parit?tischen Gesamtverband das neue Evaluationsinstrument ?Evi:P"[1] ver?ffentlicht. Das Instrument unterstützt p?dagogische Teams in Kitas dabei, ihre Praxis systematisch weiterzuentwickeln und auf Inklusion, Teilhabe und Kinderrechte auszurichten.
Inklusion als kontinuierlicher Prozess
??Evi:P‘ versteht sich nicht als Kontrollwerkzeug, sondern als freundschaftlicher Begleiter", betont Prof. Albers. ?Das Instrument l?dt zu kollegialer Reflexion ein und hilft Teams, Barrieren in der Praxis zu erkennen, St?rken sichtbar zu machen und konkrete Entwicklungsschritte zu planen.“
Im Fokus stehen dabei sieben zentrale Bereiche inklusiver Kita-Praxis: Eine inklusive Willkommenskultur, sozial-emotionales Lernen und Interaktion, sprachliche Vielfalt und inklusive Kommunikation, kindzentrierte und partizipative P?dagogik, eine inklusive Gestaltung der (Lern-)Umgebung, die Einbeziehung der Familien sowie Führung und Management. Für jeden Bereich bietet ?Evi:P“ detaillierte Kriterien, Reflexionsfragen sowie Raum für Notizen und Praxisbeispiele. Das Instrument kann flexibel von einzelnen Fachkr?ften, Teams oder ganzen Einrichtungen genutzt werden.
?Evi:P“ ist die deutsche Adaption des finnischen Instruments ?KAMU“, das in Helsinki seit Jahren erfolgreich zur Qualit?tsentwicklung in der frühen Bildung eingesetzt wird. Für den Einsatz in Deutschland wurde es umfassend überarbeitet, fachlich angepasst und mit aktuellen Standards der deutschen Frühp?dagogik verknüpft – darunter der ?Gemeinsame Rahmen der L?nder für die frühe Bildung in Kindertageseinrichtungen“, der Index für Inklusion sowie die UN-Kinderrechts- und Behindertenrechtskonvention.
St?rkung von Kinderrechten und Teilhabe
Ein zentrales Element der deutschen Adaption ist die starke Betonung von Partizipation als Kinderrecht. Anders als in vielen internationalen Ans?tzen fragt ?Evi:P“ nicht nur nach der Aktivit?t der Kinder, sondern nach ihrer tats?chlichen Beteiligung an Entscheidungen, die ihren Alltag betreffen. Ebenso wurde der Ansatz einer sogenannten ?Mental Environment“ (deutsch: ?psychische Umwelt“, meint die gesellschaftlichen Einflüsse auf die psychische Gesundheit) zu einer inklusiven Willkommenskultur weiterentwickelt, die Vielfalt sichtbar wertsch?tzt und aktiv Barrieren abbaut.
Qualit?tsentwicklung als gemeinsamer Prozess
?Wir haben ?Evi:P‘ entwickelt, um Kitas in ihrem kontinuierlichen Qualit?tsprozess zu begleiten. Das Instrument bietet daher auch einen strukturierten Entwicklungsplan, mit dem Ziel, Ma?nahmen und Zeitr?ume festlegen und überprüfen zu k?nnen“, erkl?rt Prof. Albers.
Das Evaluationsinstrument ?Evi:P“ steht ab sofort als frei zug?ngliche Publikation zur Verfügung.
Auftaktveranstaltung
Das Instrument wird im Rahmen einer Online-Veranstaltung des Fachausschusses ?Kindheit, Kinderrechte, Familienpolitik" der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe ?ffentlich vorgestellt. Am Mittwoch, 13. Mai, pr?sentiert Prof. Albers gemeinsam mit Iina Hanka (City of Helsinki) von 13 bis 14.30 Uhr (via Zoom) internationale Perspektiven auf inklusive frühkindliche Bildung. Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen.
[1] Vollst?ndiger Titel: ?Evaluationsinstrument für eine partizipative und inklusive Praxis in der Kindertagesbetreuung“